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Szentjóbi Szabó
Kurze Familiengeschichte:
Adelsdiplom Familienwappen Rhédey Ferenc
Die Familie Szentjóbi Szabó ist eine adelige Familie aus Ungarn. Szabó Mihály arbeitete als Schneidermeister beim Burghauptmann von Nagyvárad (Oradea / Großwardein), Graf Ferenc Rhédey de Kis-Rhéde. Auf sein Ansuchen hin wurde er 1618 durch den Fürsten von Siebenbürgen Gabriel Bethlen in den Adelsstand erhoben.
Szentjóbi Szabó László Martinovics Ignác Kufstein

Der berühmteste Mitglied der Familie ist Szentjóbi Szabó László (1767 – 1795), Dichter, Dramatiker, Spracherneuerer und Revolutionär. Er wurde Vizenotar des Komitates Bihar und geheimer Rat des Obergespans Graf Samuel Teleki. Teleki gab ein Großteil seines Vermögens für 40 000 Bücher und Handschriften aus und gründete die Teleki-Bolyai Bibliothek in Marosvásárhely.

László begeisterte sich für die Ideale der Aufklärung und der Französischen Revolution. 1794 wurde er wegen seiner Teilnahme an der Martinovics Verschwörung gegen die Monarchie zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde in eine Haftstrafe auf der Feste Kufstein umgewandelt. Dort erkrankte er und starb kurz darauf.

Schloss der Familie v. Platthy Monor-Újtelep Kirche. Dankesbrief für die gerettete Bibliothek.

Die Familie verband sich mit anderen historischen Familien. Szentjóby Szabó Zoltán (1905-1966) gründete die Kirchengemeinde Monor-Újtelep und zeichnete sich für den Kirchenbau verantwortlich. 1944/45 versteckte er 5 jüdische Mitbürger und rettete die Bibliothek und die Psalmen-Übersetzungen seines Freundes Pfeiffer Izsák (1884-1945), des Oberrabbiners von Monor. Pfeiffer wurde im KZ Dachau interniert, wo er Lagerrabbiner wurde. Er starb 5 Tage nach der Befreiung. Zoltán opferte sich im Kommunismus für die Gemeindearbeit auf. Er hinterliess 10000 Bücher.

 

Meine Linie der Familie:

Petschaft um 1800 Grossvaters silberner Zigarettenetui. Wiener Arbeit um 1910. Mein Grossvater Georg 1914

Als Jugendlicher kämpfte mein Großvater Georg (1898-1979) im ersten Weltkrieg und brachte es bis zum Oberleutnant. Seine Kriegserlebnisse machten ihn zum Pazifisten.

1944 marschierten die Deutschen in Ungarn ein. Mein Grossvater mußte als ungarischer Repräsentant der Tschechoslowakischen Donauschiffahrt auch mit den deutschen Besatzern verhandeln. Er mochte die Nazis nicht. Er empfing die Besatzer in seinem eleganten Büro und erklärte ihnen freundlich in ausgezeichnetem Ungarisch, daß er, so entsetzlich leid es ihm auch täte, die deutsche Sprache leider nicht beherrsche. Nach einem freundlichen Kaffeeplausch komplimentierte er seine verblüfften Besucher wieder hinaus. Irgendwann gelang es dem Vorstand zu Ohren, daß der Repräsentant überhaupt keine Sprachen beherrsche. Sie machten Grossvater verärgert darauf aufmerksam, daß er gefälligst die Sprachen sprechen solle wofür er sein Gehalt beziehe. Seine politischen Ansichten möge er für sich behalten! Grossvater sprach in Wirklichkeit deutsch, englisch, französisch, ungarisch, tschechisch, slowakisch, ein wenig russisch und las latein.

Die Mitarbeiter der in Ungarn ansässigen Schiffahrtsgesellschaften sabotierten den Abtransport der Schiffe ins Deutsche Reich. Die Ladung der Donauschiffe trug bis 1947 wesentlich zur Ernährung der wiener Bevölkerung bei. (Hugo Portisch, Österreich II.)

Donauschiffahrt 1939 Ungarische Kommunistische Partei Kommunistischer Wahlbetrug 1947

1944/45 zeichnete er sich für die demokratische Neugründung aller Parteien in der Gemeinde Üllő bei Budapest, die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Neuorganisation der Verwaltung verantwortlich.

Während der sogenannten "Blaue Zettel Wahlen" 1947 in Ungarn, als die Kommunisten durch Wahlbetrug die Macht an sich rissen, leitete mein Großvater, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Ungarns, die Wahlen in Üllő und liess über 60 kommunistische Wahlbetrüger verhaften.

Im Kommunismus konnte man nicht mehr ins westliche Ausland reisen. Grossvater fuhr jeden morgen mit dem Zug nach Budapest zur Arbeit. Auf der Hinfahrt las er englisch, auf der Rückfahrt französisch. So bewahrte er seine nun unnütz gewordenen Sprachkenntnisse vor dem Einrosten.

1956 wurden alle führenden ungarischen Mitarbeiter der Tschechoslowakischen Donauschifffahrt entlassen. Er hätte nur noch zwei Jahre bis zu seiner Pensionierung gehabt. Er wollte sich das nicht gefallen lassen und führte einen aussichtlosen Prozeß gegen die kommunistische Tschechoslowakei, den er leider verlor.

Er hinterliess uns über 5000 ungarische, deutsche, englische, französische, tschechische, slowakische und lateinische Bücher. Großvater vererbte seine Liebe zur Literatur nur an Vater. Vater vererbte sie mir. Ich nahm sie schon sehr früh dankbar an.



Thomas Szabó de Szentjób

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