Mein Urgrossvater Lázár Sándor (1878-1939) arbeitete als Gendarmerie-Wachtmeister.

Mami mit ihren Enkeln

Meine Urgroßmutter "Mami" (1886-1980)

Tanti zeigt uns ihren Grossvater
Tanti zeigt uns ihren Grossvater.

Großmutters Bruder Lázár Sándor (1914-1945)

 
Meine Urgrossmutter wurde von allen nur "Mami" genannt. Sie war ein Original. Sie war sehr unkonventionell und hinterliess viele angenehme Erinnerungen.

Ihre Enkel Georg und Antónia weilten oft bei ihr zu Besuch in Cegléd. Sie zog erst später nach Üllö. Mami war um vieles aufgeschlossener als ihre Tochter, die strenge Lehrerin. Einmal brachte sie den Kindern ein lustiges, aber recht unanständiges Liedchen bei. In Form einer Elegie verfasst, handelt es von einem traurigen alten Kuhfladen, der seiner Jugendfrische nachtrauert: "Ò öreg tehénszar, de megöregedtél..." Fürwahr ein grosser Verlust für die Dichtkunst, dass man es nicht auf Deutsch übersetzen kann! Beim Abschied auf dem Bahnhof schärfte sie den Kindern noch ein, es ja nicht der Mutter vorzutragen! Sie versprachen es ihr. Grossmutter holte die Kinder am Bahnhof ab. Die braven Kinder sangen das Lied aus voller Kehle als der Zug in Üllö ankam. Mami wurde von ihrer Tochter gründlich der Kopf gewaschen!

Mami war schon über 90 Jahre alt, als sie den grossen Kirschbaum ganz hinten im Garten bestieg. Sie schaffte es zwar hinaufzuklettern, konnte aber nicht mehr herunter. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich im Geäst festzukrallen und um Hilfe zu schreien. Die Familie hatte ihre liebe Mühe Mami im Baumwipfel überhaupt zu entdecken und man wunderte sich, wie die Urgrossmutter auf dem Baum kam! Sie war immer für eine Überraschungen gut.

Augenzeugenberichten zufolge könnte man meinen, Mami sei ´immer schon´ eine sehr alte Frau gewesen! Ich denke immer wieder mit Verwunderung an das Foto aus dem Jahre 1910. Meine Grossmutter als Baby, Mami als Dame in gesetztem Alter. Sie war schon damals, vor genau 99 Jahren, keine junge Frau mehr! Dabei erinnere ich mich noch selber an Mami! Als ich Vater nach seinen Erinnerungen an Mami befragte, verwies er mich an Tanti, denn Vater kannte sie auch nur noch als alte Frau! Zu Vaters Zeiten, hatte Mami ihre "Flegeljahre" bereits weitgehend hinter sich gebracht. An ihre ausgefalleneren Eskapaden könne sich nur noch Tanti erinnern! Mami wurde 94 Jahre alt. Eine einzige Szene blieb mir in Erinnerung: Zu meiner Zeit lag sie schon meist im Bett. Eine sehr kleine alte Frau. Sie steckte mir einen ´verbotenen´ Esslöffel Zucker in den Mund. Es ist eine unscharfe aber angenehme Erinnerung.

Mami liebte es zeitlebens Zeitungsannoncen aufzugeben. Sogar im hohem Alter annoncierte sie! Meine Grosseltern haben sich durch eine ihrer Zeitungsannoncen kennengelernt.

Mami und ihre Tochter(meine Grossmutter) fuhren nach Kaschau um Grossvater persönlich kennenzulernen. Mami blieb eine Szene im Gedächtniss haften. Grossvaters Haushälterin klagte ihr, wie furchtbar leid ihr das ´arme Mädel´ tat, dass sie ´diesen Mann´, ´einen solchen Mann´ heiraten wird! Mami bedauerte es später, dass sie die Haushälterin damals nicht gefragt hatte, was sie mit dieser Aussage eigentlich meinte. Doch die Ehe meiner Grosseltern verlief ausserordentlich gut. Mami und Grossvater kamen hervorragend miteinander aus. Wenn Mami diese Fragestellung manchmal auwarf, dann nur als Scherz. Laut Tanti sei Grossvater ein sehr schöner Mann gewesen und die Haushälterin wird auf sein Privatleben als Junggeselle angespielt haben.



Meine Familie

Befreundete Familien

Home